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Walther von Bonstetten

5. Juni 1867 - 4. November 1949

Walther von Bonstetten


1913 Mitgründer der Pfadfinderschaft in Bern (Abteilung Patria)  

1913 Mitgründer des Schweizerischen Pfadfinderbundes (SPB)  

1918 Zentralpräsident des SPB  

1927 Bundesfeldmeister  

1934 Präsident des SPB (bis 1942) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Walther von Bonstetten kam 1867 als Sohn einer alteingesessenen Berner Burgerfamilie zur Welt; in Bern verbrachte er auch den Grossteil seiner Jugend. Nach der Schulzeit entschied er sich für ein juristisches Studium, das er mit dem Doktorat abschloss. Nun arbeitete er als Attaché in den diplomatischen Vertretungen der Schweiz in Berlin und London. In Grossbritannien kam Walther von Bonstetten auch erstmals mit der dort eben in der Entstehung begriffenen Pfadfinderbewegung in Kontakt. Als er - zurück in der Schweiz - im Jahr 1912 von der Entstehung der Pfadfinderschaft in Genf vernahm und in Bern wenig später die Gebrüder Lombard zur Gründung der Abteilung Patria schritten, stellte er diesen seine Hilfe als Komiteemitglied zur Verfügung. Walther von Bonstetten beschäftigte sich in der Folge aber vor allem mit der gesamtschweizerischen Entwicklung der Pfadfinderbewegung. Schon 1918 wurde er als Nachfolger des Genfers William Borel zum Zentralpräsidenten des SPB gewählt. Einen weiteren Schwerpunkt seiner pfadfinderischen Aktivitäten bildete der Aufbau des Internationalen Pfadfinderzentrums in Kandersteg. Auch in der internationalen Pfadfinderorganisation war er sehr aktiv; von 1927 an war er Mitglied des Internationalen Komitees und darüber hinaus Freund und enger Vertrauter Baden-Powells. 

Walther von Bonstetten stammte aus einer begüterten Familie und konnte es sich leisten, als Privatier zu leben. Ausserdem hatte er 1893 eine ebenfalls sehr vermögende Frau geheiratet. Aus dieser Verbindung stammten zwei Söhne und zwei Töchter. Allerdings wurde die Ehe im Jahr 1915 geschieden. Die Familie von Bonstetten besass das Gut Bellerive in Gwatt am Thunersee. Nach dem Verkauf dieses Landsitzes erwarb Walther von Bonstetten das Schlösschen Sinneringen, um dann - des abgeschiedenen Lebens dort bald überdrüssig - doch hauptsächlich in Bern zu leben. Im Militär bekleidete Walther von Bonstetten den Rang eines Majors der Kavallerie. 

Walther von Bonstetten erscheint in den Quellen als ein charismatischer, sehr energischer und kantiger Mensch. Sein Temperament war genauso bekannt wie seine treffsicheren Sprüche; sorgfältiges Abwägen, Zuwarten und das Suchen nach Kompromissen entsprachen offenbar weniger seinem Naturell. Berühmt war hingegen seine Gastfreundschaft; gerne bewirtete er seine Freunde auf seinem Gut in Gwatt. Walther von Bonstetten war intelligent und vielseitig interessiert. Er war sehr belesen, sammelte Antiquitäten und liebte die Betätigung in der Natur, besonders das Jagen, Reiten, Wandern und Schwimmen. Als Hobby betrieb er die Hundezucht. Seine Mutter war Neuenburgerin, worin sein Talent für Sprachen begründet sein mochte; Walther von Bonstetten, der als Kind einer Burgerfamilie ohnehin zweisprachig aufgewachsen war, sprach neben Deutsch und Französisch auch Englisch. Mit seinem zielstrebigen Wesen trug er wesentlich zur Entwicklung der Pfadfinderbewegung in der Schweiz bei und genoss unter den Pfadfindern schon zu seiner Zeit als Bundesfeldmeister grössten Respekt und den Ruf einer lebenden Legende. Walther von Bonstetten war zweifellos eine der zentralen Schlüsselfiguren für den erfolgreichen Aufbau des Pfadfinderbundes in der Schweiz.

 


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