Zeichen aus der Ferne
Monate sind vergangen, seit wir uns auf das Schiff von Bartholomeos da Nova geschlichen haben. Die zahlreichen Tage auf See verblassen bereits in unserer Erinnerung. Wir haben uns mittlerweile auf dem neuen Kontinent eingerichtet. Seit unserer Ankunft hier haben wir unwahrscheinliche Abenteuer erlebt. Wir haben fantastische Lebewesen entdeckt, neue Heilkräuter erprobt und die Sterne studiert. Auch unsere Raben haben sich an die neue Umgebung gewöhnt und unternehmen immer längere Kundschaftsflüge.
Vor einigen Tagen fanden sie zwei blutrote Drachenschuppen in einem der angrenzenden Gebirge. Vielleicht stammen sie von einem Rubindrachenweibchen, welches sich dort mit seinen Jungen eingenistet hat? Die anfänglich harmlosen Kartoffelgnome sind in der Zwischenzeit zu einer regelrechten Plage geworden. Sie verwüsten die Lebensmittelkeller auf der Suche nach Nahrung und erweitern ihr Tunnelsystem täglich. In der Abenddämmerung streifen die Schatten verlorener Seelen durch das Hafenquartier. Die Wachfeuer flackern kraftlos in ihrer Anwesenheit. Die nächtliche Ruhe wird vom betörenden Gesang der Sirenen durchbrochen. Doch solange der Leuchtturm strahlt und das Orakel über uns wacht haben wir in der neuen Welt nichts zu befürchten.
Dieser Ort ist voller Magie. Doch zu oft sind wir mit unseren eigenen Aufgaben beschäftigt. Die Tage verfliegen während wir uns in den Dienst der Stadt und ihrer Einwohner stellen. Manchmal zweifeln wir daran, ob es uns aus zeitlichen Gründen überhaupt gelingen wird, den neuen Kontinent ausgiebig zu erforschen. Immerhin sind bisher wir die einzigen Mystiker in terra nova. Doch heute weht der Wind landeinwärts. Er ist warm und bringt Kundschaft. Von einer Flaschenpost. Von mutigen Abenteuern. Von einer grossen Reise. Wir trinken Kräuterbrühe und lesen die Zeichen der Trollknochen. Das Orakel bestätigt unsere Vermutung. Bald werden dreizehn verwegene Zirkel zu unserer Unterstützung in See stechen. Mystiker aus allen Teilen eines fernen Land. Bald werden sie kommen. Und ihre Segel werden sich im Wind blähen. Bald schon...
Abala und Obulus
















