Quartier Port Kantaoui
Das 2. Stufen-Quartier PORT KANTAOUI
Quietschend gab die Tür nach und ein Junge mit zerrissenen Hosen stolpert ins Freie. Dicht hinter ihm ein Mädchen, die Schürze mit der Linken hochgehoben um nicht drauf zu treten. Kreischend versuchte sie ihn noch zu ergreifen, aber er kletterte schon auf die Kisten und Fässer, die vor dem Gebäude gestapelt und für das 10-Uhr-Schiff nach Lea Marina bestimmt waren. Oben hielt er kurz inne, blickte mit einem verschmitzten Grinsen zu ihr herab, drehte sich dann um und verschwand im Gewühl von Fischern, Hafenarbeitern und streunenden Hunden, die irgendwelchen Katzen nachjagten, die wiederum den einen oder anderen verwesenden Fischkopf aufgespürt hatten. Schuhe hatte er keine und seinen Füssen sah man an, dass sie den rauen Steinboden am Dock gewohnt waren und nicht erst einmal versehentlich Maschinenöl und Fischerhaken gespürt hatten.
Das störte ihn jedoch nicht und er machte sich auf, vorbei an johlenden Matrosen, unter Verladekränen vorbei, über aufgerollte Taue in Richtung Zollhaus. Unterwegs sah er die Fischer, die wie jeden Morgen den spärlichen Krabbenfang einbrachten und nun versuchten, die wenigen Tiere für einen guten Preis zu verkaufen. "Frische Krabben, nur 20 Gallonen, delikate Krabben, nur 20 Gallonen, kauft frische Krabben, nur …" Den einen oder anderen kannte er sogar mit Namen.
Hinter den noch nassen Netzen befand sich die Aurora, die Hafenkneipe. Es war noch nicht einmal Mittag und eine Gruppe verwegener Entdecker tauschte sich bei einem Seegras-Cocktail über ihre letzen Abenteuer aus. Ein Weltumtaucher, eine Archäologin auf der Suche nach versteinerten Riesenwürmern und ein verwegener Schatzsucher (er redete irgendetwas von vergoldeten Dinosaurier-Eiern) versuchten die übrigen anwesenden Gäste für ihre Expeditionen zu begeistern.
Der salzige Geschmack vom Meer strömte hinein und vermengte sich mit den Düften aus aller Welt und allen möglichen Kombüsen und jeder schien der bestimmende sein zu wollen. - Das war Port Kantaoui, wie jeder es kannte. Obwohl es nicht so schien, hatte doch alles seinen gewohnten Ablauf. Bis das grosse Schiff mit den unternehmungsdurstigen Neuankömmlingen aus alles möglichen Ecken des Scoutiversums ankam…

















