Nandu und Baghira
Das Explorer Belt Projekt von Nandu und Baghira in der Slowakei 2001.
Franziska Hagen v/o Nandu
Lieblingstier:
Elephäntli
Warum mier bim EB mitmached:
Ich findes toll, dur d’ Gegend dure z’ pilgerä und echli schwitze debi. Emal anderi Sorge z’ ha als blödi Lüt wo eim stressed.
Wo mier härchomed:
Usemene wunderschöne Dorf im Züri-Oberland: HINWIL
Was mier i dä Pfadi tüend:
Ich bin ab und zue no anere 1. Stufäüebig oder am chochä.
Wie mier euseri (knapp bemesseni) Freizit verbringed:
Schwümme, Training geh, ränne, läse (Harry Potter) tuäni gern. Ussert dem halt ich de Baghira vom lerne ab.
Markus Gloor v/o Baghira
Lieblingstier:
Müggli (warum: wills stechäd)
Warum mier bim EB mitmached:
Zum Neus erläbä, Neus z’entdeckä und zum dur d’ Gegend trampä. Will ich
mal nöd so Denner Feriä will, wo mer eifach an Strand lit und am Abig
abstürzt. Zum neui Lüt, Kulturä und Eigeschaftä vo dä Slovakä
kennezlernä. Zum mit dä Nundu was Spezielles z'erläbä.
Wo mier härchomed:
Hinwil äs Dorf? Da chan ich ja nur lache. Äs isch glaub ender ä Purähofsidlig. Ich chumä us Dietikä amänä Kaff zwüsched Züri und Badä.
Was mier i dä Pfadi tüend:
Will ich nüm vill Freiziit han bin ich nüm pfadiaktiv. Mich gits aber au no als Rover.
Wie mier euseri (knapp bemesseni) Freizit verbringed:
Mit velölä, mit in Usgang gah, mit lernä, lernä... und natürlich mit Nandu nerfä.
Unser Projekt
Die Themensuche:
Auf der Such nach einem geeigneten Thema stellten sich uns einige Hindernisse in den Weg, wie dass es in der Schweiz nur spärliche Informationen über die Slowakei gibt. Genau ein Grund, dieses Gebiet zu bereisen. Ausserdem kann weder Nandu noch ich Tschechisch. Trotzdem fanden wird einiges interessantes Material und entschlossen uns schlussendlich für eine wahnsinnige Geschichte von der Ihr bald mehr erfährt. Weitere Ideen waren etwa das einzige, gefährliche, slowakische Atomkraftwerk zu rekognoszieren, mehr über die slowakische Eigenständigkeit und den Kampf zur Unabhängigkeit zu erfahren oder den Einfluss anderer Völker auf Slowaken zu erforschen. Sehr interessant wäre auch eine Reise mit dem Ziel mehr über die Karpatendeutschen zu wissen, gewesen.
Der Hintergrund:
In verschiedenen Quellen haben wir eine interessante Geschichte über eine sagenhafte Burg mitsamt deren mysteriösen, abscheulichen Burgherrin entdeckt. Wir wollen diese wahnsinnige Geschichte Euch nicht vorenthalten und geben Euch einen kleinen Mitschnitt der Geschichte. Die Geschichte: Das Geheimnis der Bathory .Elisabeth Bathory badete in Blut und folterte Mädchen. Über die bestialische Gräfin im slowakischen Ort Cachtice...
Tomas Niederberghaus
Fledermäuse flattern durch den schwarz-blauen Nachthimmel. Kruzifixe hängen an schummrig beleuchteten Häusern. Auch durch die winzigen Fenster der Dorfgaststätte "U Cachtice Panej" scheint noch Licht. Alte Männer hocken auf Holzbänken, kippen Slivovic, plaudern viel und gestikulieren heftig. Aus ihren faltigen Gesichtern quellen glasige Augen. Als der Reisende die knarrende Tür ins Schloss fallen lässt, verstummt das Wortgewitter für wenige Sekunden. Ja, dieses ist der Ort, in dem man um die Tochter des Kneipiers bangt. Und wer nach dem Weg zur Burgruine fragt, erntet befremdliche Blicke.
Allzu gut kennen die Slowaken
die schmale Straße, die sich kurvenreich in die Höhen der Weißen
Karpaten windet, dorthin, wo Elisabeth Bathory im 16. Jahrhundert ihr
Unwesen trieb: Ihre Bediensteten lockten Mädchen aus dem Dorf ins
Schloss; zurück kam niemand. Einmal, heißt es, erhob sich die Bathory
im Wahn ihrer Wut "wie eine Bulldogge über ein Mädchen und biss es in
Schulter und Brust". Natürlich kennen die Einwohner von Cachtice diese
Überlieferungen, viele von ihnen meiden das verfallene Anwesen noch
Generationen später. "Schauen Sie sich lieber die Kirche und das Museum
an", empfiehlt ein Alter mit schlohweißem Haar, "was wollen Sie denn
dort oben in den geheimnisvollen Gemäuern?"
Man sagt, dass blaues Blut durch Elisabeths Adern floss. Und dass die zahlreichen Inzestheiraten in ihrer Familie in geistiger Degeneration wie Phlegmata oder unkontrollierten Wutanfällen gipfelten. Ihr Bruder zum Beispiel war ein Satanist; ihre Tante Klara hatte eine notorische Neigung zur lesbischen Zuhälterei und ihre Cousine Anna praktizierte Hexerei und tötete ihr eigenes Kind. Elisabeth Bathory aber war schlimmer. Die gehässige Gräfin der Slowakei machte ihre Familie und die kleine Gemeinde Cachtice weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt: Sie hält einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde für die meisten Morde, die jemals eine Frau begangen hat. 611 Menschen fielen ihr zum Opfer. Nicht nur Prinz Vlad V. der Walachei, sondern auch die Machenschaften der Bathory dienten Bram Stoker als Grundlage für seinen Erfolgsroman "Dracula".
Wie Kunstwerke ragen karge Kiefern aus dem Boden. Ellentiefe Furchen hat der Regen in die Lehmwege unterhalb der Burgruine gespült. Von hier aus wirkt sie wie ein dämonisches Disneyland, das die Geister längst verlassen haben. Frühmorgens zieht eine wilde Komposition aus Hundegekläff und den Orgeltönen eines benachbarten Klosters durchs Tal. Früher waren es die schrillen Todesschreie der Dorfmädchen, die Cachtices Einwohner in Atem hielten. Vergilbten Dokumenten zufolge gab es eine Initialzündung für das Gemetzel; eine Bestie kämmte Elisabeths Haar und zupfte dabei etwas zu fest. Die Bathory geriet in Rage, kniff und kratzte sie, bis das Blut der jungen Magd über ihre Hand lief. Ihre Haut soll sich wundersam verjüngt haben -Elisabeth war fasziniert von der ewigen Jugend.
Elisabeth Bathory wurde 1560 geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie im ungarischen Nagyeseed. Dort lernte sie Latein, Deutsch und Ungarisch. Schon im zarten Alter von zwölf Jahren kam sie als Verlobte von Frantisek Nadasdys auf das Cachticer Schloss. Da der 18jährige Graf als Soldat nichts als Feldzüge gegen die Türken im Sinn hatte, vertrieb sich Elisabeth ihre Langeweile. Zum Beispiel mit zahlreichen Techtelmechteln. Insbesondere junge Mädchen peitschte, strangulierte und vergiftete sie mit Hilfe ihrer Bediensteten.
Wahrheit oder Fiktion? Auch eine mystische Kreation der Bauern, die die Wahrheit nicht zugeben wollten: Die Gräfin war eine Art Kanibalin. Zeugen aus der Gegend bestätigten das. Auch Elisabeths Tagebücher enthalten entsprechende Aufzeichnungen. Die Opfer beispielsweise charakterisiert sie als "schwach und geradezu enttäuschend". Und entsprechend mussten sie büßen. Zu den Folterinstrumenten zählte eine eiserne Jungfrau, aus deren Brust ein Messer geschossen kam und die Mädchen nach den Qualen durchstoch. Elisabeth badete mit großer Leidenschaft in Blut.
"Es war ein widerlicher Adel, der hier oben residierte", sagt Petr Lajtha, "die Menschen mussten für die Bathory schuften und wurden obendrein bestraft". Petr Lajtha ist Priester. Mit seinem langen schwarzen Mantel und der aus riesigen Ohrenklappen bestehenden Kappe wäre er auch als Schlossgespenst keine Fehlbesetzung. Fast jeden Tag läuft der 84-jährige Mann den Berg hinauf und liest im Innenhof der weißen Kalksteinruine das Brevier. Die Geschichte Cachtices kennt er wie die Bibel, berichtet von Feldzügen gegen Tataren und Türken, und vom Glauben. Der Glaube, sagt Lajtha, bewahre den Menschen vorm Schicksal. Nur vor der Bathory sei niemand gefeit gewesen.
Jede Auserkorene landete über kurz oder lang dort, wo Lajtha gerade doziert. Im Innenhof rissen Elisabeths Lakaien den Dorfjungfern bei Schnee und Eis die Sachen vom Leib, zogen sie wütend an den Haaren, prügelten sie zu Boden. Andere gossen ihnen kaltes Wasser über den Kopf, während Elisabeth im Sessel thronte und das Happening verfolgte. Pelze schützten sie vor der klirrenden Kälte. Und wenn sich die nackten Töchter aus dem Dorf in panischer Angst vor ihr zusammenkauerten, begann sie ordinär zu lachen. Die vom Satan Besessene mordete in Serie. Niemand traute sich, die Gräfin nach dem Verbleib der jungen Frauen zu fragen. Zunächst nämlich stützten sich die Vorfälle auf bloße Anklagen des "gemeinen" Landvolks.
"Die Gräfin war adelig und protestantisch", erzählt Lajtha, "damit war sie gleichzeitig außerhalb der Gerichtsbarkeit der zivilen Autorität und der herrschenden katholischen Kirche". Auch die Mönche, die neben der kurzzeitigen Wiener Residenz der Bathory lebten, unternahmen nichts. Das heißt, nicht viel. Wenn nachts die Schreie der Mädchen durch den Keller hallten, warfen die barmherzigen Brüder Blumentöpfe gegen die Fenster der Bathory.
Dass die Einwohner in Cachtice heute etwas empfindlich reagieren, wenn man sich nach der Bathory erkundigt, hat einen einfachen Grund. Vor einigen Jahren, sagt Lajtha, seien zwei vermeintliche Filmemacher aus Bratislava angereist. Einen großen Zinnober hatten sie veranstaltet, wollten mit der heimischen Bevölkerung ein authentisches Werk über die Bathory drehen. Die Mädels aus Cachtice träumten bereits von Hollywood, von einer großen Karriere als Filmstar, wurden aber bitter enttäuscht. "Die Schurken landeten vor Gericht", sagt Lajtha etwas zynisch und meint damit die Naivität der Dorfjugend.
Spätestens seit diesem Zeitpunkt behandelt der Bürgermeister von Cachtice das Ölgemälde mit dem Konterfei der Bathory wie seinen persönlichen Schatz: Es hängt nicht mehr im Museum, sondern steht eingeschnürt im Dorfamt. Für Besucher packt er es jedoch gerne aus. Und vor allem lässt er sich mit der Bathory gerne zusammen fotografieren. Streng sieht sie aus, mit hochgesteckten Haaren und bissigem Blick.
Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1604 erreichten die Machenschaften der Bathory ihren Höhepunkt, die Gräfin suchte sich nur noch junge Damen aristokratischer Herkunft - und konnte die zahlreichen Anfragen der Familien schließlich nicht mehr abweisen. Juraj Thurzo und Mitglieder der eigenen Familie beendeten das Desaster, kerkerten Elisabeth ein. Um das Ansehen der Familie zu retten, lenkten sie den Verdacht auf die vier Bediensteten. Das Gericht in Gytca urteilt sofort. Ein Henker riss ihnen mit einer Zange die Finger ab und warf die noch lebenden Leiber in ein Feuer. "Der Prozess", sagt Lajtha, "wurde Aufzeichnungen zufolge später nochmals aufgerollt". König Matus II. habe dem Blitzurteil misstraut. Als im neuen Verfahren 224 Personen aus der Umgebung verhört wurden, kam eine Lawine ins Rollen. Zahlreichen Personen hatten die Gräueltaten mit inszeniert. Eine Frau zum Beispiel war nur für das Mischen der Giftcocktails zuständig.
Elisabeth Bathory blieb bis zu ihrem Tod im August 1614 auf der Burg interniert. Ihr letztes Happening war in einer kalten, schneereichen Dezembernacht des Jahres 1610 beendet worden. Juraj Thurzo stürmte mit einer Truppe Soldaten die Cachticer Burg. Sie ertappten die Bathory in einem finsteren Gewölbe, blutüberströmt. In dem schummerig beleuchteten Innenhof stand eine Traube junger Mädchen - zu Eisskulpturen gefroren.
Aus: www.tagesspiegel.de, 19.06.0001
Unsere Idee:
Falls es Euch nun kalt den Rücken herunterläuft, geht es Euch genau wie uns. Wir wollen mehr darüber wissen, mehr darüber erfahren und die Schreckensburg Cachtice mit eigenen Augen sehen. Ist die Geschichte wahr oder übertrieben? Was denkt die Bevölkerung über jene sagenumworbene Burg? Wie kann jemand so schrecklich sein? Was passierte mit den Leichen jener getöteten jungen Frauen? Sind noch Spuren des Schreckens vorhanden?
Fragen über Fragen, die geklärt werden müssen. Deshalb werden Nandu und ich die Burg anlaufen, mit der Dorfbevölkerung reden versuchen (Slowakisch ist nicht gerade einfach) und möglichst viel über jene wahnsinnige Frau herauszufinden. Wenn wir ganz mutig sind, werden wir vielleicht sogar einmal in der Ruine übernachten, um die alten Geister in ihrem Schlaf zu stören.
Unser Gruppenname: Cachtice
Unsere Route:
Wie alle Teilnehmer des Explorer Belts dieses Jahr starten wir in Skalica. In leicht südöstlicher Richtung treffen wir am zweiten Tag unserer Reise auf das Dörfchen Cachtice und deren Burg. Dort werden wir ein Tag voll der Geschichte und deren Erforschung widmen. Es nimmt mich jetzt schon wunder was in jener Nacht alles ...?
Weiter geht die Reise entlang der weissen Karpaten bis wir nach zehn Tagen die anderen Teilnehmer wieder zu Gesicht bekommen. Weitere spezielle und geschichtlich interessante Bauwerke und Plätze liegen auf unserem weg wie das SNP Denkmal des nationalen Aufstandes oder etwa wohltuende Thermalquellen. Das wollen wir natürlich auch erkunden. Als weiteres Ziel, damit wir jeden Tag genau wissen bis wo die Reise geht, wollen wir jede Nacht an einem See verbringen.
Soziale Aktion:
Wir werden eine spontane soziale Aktion durchführen. Einerseits weil wir Mühe haben mit Slowaken in Kontakt zu kommen und andrerseits weil es viele Möglichkeiten gibt etwas Gutes zu tun.
Ideen sind:
- Einem Bauer helfen das Heu ins Trockene zu bringen, bevor ein Gewitter das getrocknete Gut wider durchnässt.
- In einem Dorf etwas von der Schweiz mitgeben, indem wir Toblerone verteilen. Ist das zu Materiell?
- Eine Schule besuchen und versuchen mit den Kinder die Pause zu gestallten.
- Eine Strasse zu säubern.
- Ein eventuell gekauftes Velo verschenken.
Wir denken, dass man sozial sein kann ohne dazu gezwungen zu werden. Deshalb empfinden wir diesen Teil des Explorer Belt als künstlich. Wer in der Schweiz den Abfall auf den Boden wirft und ihn dafür in der Slowakei aufliesst hat ein Nullsummenspiel betrieben. Wer hier am Wochenende ins Tessin mit dem Auto ausflügelt, verschmutzt die Umwelt genauso wie einer der in den Sommerferien auf eine Ferieninsel fliegt. Wir fliegen aber nicht sondern marschieren durch die Gegend und fahren Zug.







