Organisation
Die Explorer Belt Expedition ist eine 1958 entwickelte, international verbreitete Unternehmungsform der Roverstufe. Ziel ist es, in einem Zweierteam auf abenteuerliche Weise ein fremdes Land zu erkunden und dabei ein selbst geplantes Projekt sowie einen Sozialeinsatz umzusetzen. Das Zweierteam plant eine 10-tägige Route durch Alaska mit Kanu, Fahrrad oder zu Fuss (Klassische Variante). Alternativ dazu besteht die Möglichkeit sich vom Organisationsteam in der Wildnis aussetzen zu lassen und mit verschiedenen Orientierungsaufgaben den eigenen Weg zu finden (Lost in Paradise Variante).
Teilnahme
Interesse an einer Explorer Belt Teilnahme kann mit dem Anmeldeformular angemeldet werden. Die Leitung entscheidet anhand der vorhandenen Trekkingerfahrung und der aktuellen Pfaditätigkeit über die Teilnahmemöglichkeit. Die Anmeldung erfolgt bereits im Zweier-Team. In Ausnahmefällen besteht auch die Möglichkeit die Expedition in einem Dreier-Team zu absolvieren. Auf Grund der hohen Reisekosten empfiehlt es sich, nach dem zweiwöchigen Projektprogramm einen individuellen Aufenthalt in der Mongolei zu planen. Individuelle Rückflugwünsche können direkt bei der Anmeldung angegeben werden.
Der Anmeldeschluss ist der 1. Dezember 2011. Die Reihenfolge der Anmeldungseingänge hat keinen Einfluss auf die Teilnahmemöglichkeit.
Zum Zeitpunkt der Expedition muss jeder Teilnehmer das zwanzigste Altersjahr erreicht haben, beide Ratenzahlung (siehe Abschnitt Kosten) geleistet haben und gegenüber dem Teambetreuer eine entsprechende Vorbereitung ausweisen können. Andernfalls kann die Explorer Belt Leitung die Teilnahme auch kurzfristig noch verweigern.
Information
Die offizielle Projektinformation zirkuliert über den PBS Versand via Kantonsleitungen zu den Abteilungen. Das Projekt wird zudem an verschiedenen Anlässen (Ausbildungskursen) von ehemaligen Teilnehmenden und der Leitung vorgestellt. Sollten Fragen in der Anmeldephase auftauchen, kann ungeniert über info@explorerbelt.ch nachgefragt werden. Nach der Anmeldung wird eine Teilnahmebestätigung mit genaueren Informationen, Foulard, Hajk Katalog, Materialempfehlung und der ersten Rechnung versandt. Eine Absage wird ebenfalls schriftlich bis Ende Januar mitgeteilt.
Die Delegation trifft sich an einem Nachmittag Ende April zu einem ersten Austausch. Dabei werden die Aufgaben verteilt und detailliert auf Reiseprogramm und Wanderbedingungen eingegangen. Ebenfalls wird jedem Team ein Betreuer zugeteilt, welcher die Vorbereitung des Teams begleitet. Kurz vor der Expedition findet zudem eine Sitzung mit dem Betreuer statt, welcher die Teamvorbereitung prüft und allfällige Fragen klärt.
Während der gesamten Projektvorbereitung werden die Teilnehmenden jeweils einmal pro Monat - via Mail - über den aktuellen Stand informiert.
Vorbereitung
Die Reise nach Alaska erfordert einige Vorbereitung von der Delegation. Die Leitung arbeitet im Vorfeld die vorhandenen Informationen auf und organisiert Kontakt vor Ort, sowie Material für die Sicherheits- und Routenplanung. Die teilnehmenden Teams erarbeiten je eine Teilaufgabe für die Delegation (Bsp. Info Vegetation / Apotheke / Nachweekend) und bereiten ihre Wanderung mit den drei Dokumenten Teamvorstellung / Projektbeschreibung / Ideen Sozialeinsatz vor.
Expedition
Der Explorer Belt kann in zwei unterschiedlichen Varianten erlebt werden. Die "klassische" Variante sieht vor, dass die Teams in der Vorbereitung alle Informationen und das Kartenmaterial erhalten und ihre Route nach dem Teamprojekt auslegen und selber planen (Bsp. Rafting- / Velotour). Die neuere "lost in paradise" Variante sieht vor, dass das Team im Vorfeld keine Informationen über das Routengebiet erhält und vom Leitungsteam irgendwo in der Wildnis ausgesetzt wird. In der ersten Etappe "Kompass und GPS" gilt es anschliessend verschiedene Punkte zu erreichen. Am Ende dieser Etappe hinterlegt das Leitungsteam ein Paket mit einer Landeskarte auf welcher der weitere Verlauf des Trekks markiert ist. Die Variante "lost in paradise" ist bezüglich Orientierung und körperlicher Leistung anspruchsvoller. Die Wahl des Unternehmungstyps sowie die gewünschte Anzahl Leitungskilometer pro Tag werden gleich bei der Anmeldung angegeben.
Sicherheit
Das Leitungsteam des Explorer Belts engagiert sich stark für die Projektsicherheit. Gefahrensituationen sind aber nicht immer vorhersehbar und können sich je nach Region schnell ändern. Das Leitungsteam lehnt daher jede Haftung ab und fordert die Teilnehmenden zu hoher Eigenverantwortung auf.
Das Sicherheitskonzept sieht eine enge Zusammenarbeit mit der Schweizer Botschaft, einem Bergungsdienst und dem Krisenkonzept der PBS vor. Die Teams erhalten zur Sicherstellung der Kommunikation ein zuverlässiges Satellitentelefon mit Notfallakku und geben täglich ihre Position an eine Korrespondenz in der Schweiz durch. In wichtigen Fällen sind die Teams innert einem Tag von Dritten erreichbar.
Auswertung
Das Erlebnis Explorer Belt hinterlässt viele prägenden Eindrücke und lehrreiche Situationen. Damit die Teilnehmenden sich für die persönliche Entwicklung mit den Ereignissen auseinandersetzen, sind die Teams aufgefordert ein Tagebuch zu führen. Das Tagebuch, Fotos und eine gezielte Projektauswertung werden daher nach dem Explorer Belt vom Betreuer begutachtet.
Dieser entscheidet ob die Unternehmung den Explorer Belt Richtlinien entsprochen hat und zeichnet die Teammitglieder, bei korrekter Einhaltung, mit dem Explorer Belt (=Gurt) aus. Die Gurtübergabe findet in Form eines Nachtreffens statt, an welchem alle teilnehmenden Teams ihre Arbeiten vorstellen.
Risikomanagment


In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände wurde ein methodisches Konzept zur Risikosensibilisierung erarbeitet. Interessierte Teilnehmende melden sich dabei bei der Anmeldung für die persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Risikoumgang während der Unternehmung an. Am Vortreffen erhält man durch einen externen Fachvortrag einen ersten Einblick in die Thematik Rausch- und Risikokompetenz. Zudem wir zum Tagebuch ein methodisches Raster geführt, welches einem die herausfordernden Situationen reflektiert. Nach dem Explorer Belt, gilt es die „lessons learned“ nochmals kurz schriftlich zu notieren und damit in den Alltag zu transferieren.
Da das Bundesamt für Sport und verschiedene Stiftungen die Förderung eines bewussten Risikoumganges unterstützen, kann Teilnehmenden mit Jahrgang 1986 oder jünger, welche sich begleitet mit dem Risiko auseinandersetzen, eine Beitragssubvention von 300.- CHF ermöglicht werden.
Kosten
Der Richtpreis für eine Teilnahme beträgt 3'000.- CHF. Die Zahlung wird in zwei Raten geleistet (Dezember und Mai). Mahnungen sind kostenpflichtig. Die Aufwände werden detailliert abgerechnet und allenfalls verbleibende Reserven zurückbezahlt. Unvorhergesehen Leistungen oder Kosten in Folge eines Abbruches werden von den Teilnehmenden getragen. Das Leitungsteam empfiehlt eine kommerzielle Reiserversicherung.
Die Projektkosten setzen sich ungefähr wie folgt zusammen:
- Flug: 2'000.- CHF
- Unterkünfte: 200.- CHF
- Delegationsmaterial: 400.- CHF
- Administration: 100.- CHF
- MyClimate: 100.- CHF
- Reserven: 200.- CHF
- Aussetzen Wasserflugzeug: 500.- CHF (Optional)
Nicht im Projektpreis inbegriffen sind Kosten für persönliches Orientierungs- und Trekkingmaterial sowie die Verpflegungskosten (Inbegriffen sind einige gemeinsame Essen mit der Delegation)









