Sommer 08 war für viele wieder einmal Pfadierlebnisse im grossen Stil mit Contura08 / Wave08 und anderweitigen Events wird er sicher mit guter Erinnerung in die Pfadigeschichte eingehen. Sommer 2009. vielleicht nicht ganz so impulsiv, vielleicht nicht ganz so medienwirksam, aber vielleicht mit einem Erlebnis das zum ganz persönlichen Highlight wird.
Ein Mythos irgendwie zu fern um als Reisedestination in Frage zu kommen und doch genug nah,
um zu wissen wie es dort ist. Doch ganz den Vorstellungen entsprechend ist Grönland nicht. Erstens ist es im Sommer nicht so Kalt (0 – 10°) und zweitens hat’s da Festland. Ja genau! Wir wagen uns schon in ein handfestes Abenteuer, aber so ne gewagte Expedition ist es nun auch wieder nicht. Da die Luftfeuchtigkeit in Grönland zudem unterdurchschnittlich ausfällt, fühlen sich die 10° wärmer an als man glaubt. So kann man bei gutem Wetter locker 24h am Tag im T-shirt verweilen. Trotzdem hat Grönland noch einiges an kuriosen Gegebenheiten zu bieten. Zum einen findet man auf der ganzen Insel keine Bäume und das Wasser wird kaum wärmer als 1-2°.
Also mit der Hängematte am Strand und baden im Meer wird nicht all viel werden…
Zum braun werden, besteht aber dennoch Gelegenheit und je nach Wunsch sogar 24h Stunden am Tag. Da wir bei unseren Touren sehr nahe am Nordpol spazieren, erlebt man stundenlange Sonnenuntergänge jedoch keine Nächte. Was wiederum die Wahrscheinlichkeit für das Spektakel Nordlicht sehr klein ausfällen lässt…
Die Tour selber startet bei der „Lost in Paradise“ Variante an der Spitze eines Fjordes und die Teams werden mittels Kompass und Pedometer zu einem weiteren Punk gelotst. So geht’s dann weiter mit GPS, Kartenmaterial und schlussendlich entlang von Wegweisern.
Die Gegenden sind meist Grasbewachsen, teilweise bis kniehoch mit Sträucher versehen und von unendlichen vielen Seen und Flüssen durchzogen. Zwischendurch mit Schneefelder bedeckt und der Boden ist je nach Höhenlage Gröll- und Steinhaltig. Wege oder Strassen gibt es eigentlich selten bis nie, wobei die Teams dann wirklich voll auf ihre Orientierungsfähigkeiten angewiesen sind. Das Kartenmaterial von Grönland ist dagegen erstaunlich detailliert und sollte die Sache einiges vereinfachen.
Alles in allem ist Grönland aber farbeprächtiger als man glaubt. Die lustigen Blumen erhalten, wegen den nicht vorhanden höheren Gewächsen, beste Grundlage und so sind kilometerlange Hügel mit den prächtigsten Farben durchzogen, welche einen eleganten Kontrast zum Inlandeis bieten.
Gesellschaftlich gibt es, ausser unserer Gruppe, vermutlich nicht all zu viele Kontaktmöglichkeiten. Je nach festgelegter Route wird man mit grösster Wahrscheinlichkeit in den 10Tagen keinen Kontakt mit der Bevölkerung haben. Das Essen kann in dem Ankunftsort in Grönland eingekauft werden. Die dortigen Produkte sind teilweise bestens für längere Reisen ausgelegt.
Okay, ja es hat Eisbären und ja man hat keinen Handyempfang. Doch ein wenig Fortschritt auch in der Pfadibewegung und daher setzten wir anstatt auf Messer und Leuchtfeuer, sicherheitstechnisch auf Bärenspray und Satellitentelefon. Des Weiteren trifft man vermutlich öfters auf die dort frei lebenden Walrosse / Rentiere / Moschusochsen, welche aber bei normalem verhalten keine Gefahr darstellen sollten. Wer Glück und Interesse daran hat kann sich zudem noch über 60 Vogelarten (Ink. Seeadler), Polarfüchse und Schneehasen erfreuen.
Soviel zum Mythos. Aber man bedenke, dass auch von unserem Organisationsteam noch nie jemand dort war und wir zusammen mit rund 30 Pfader auf eine Entdeckungsreise gehen welchen vielen Menschen verborgen bleibt.
Lasst uns daher Grönland gemeinsam entdecken!


