Partnerschaft zwischen der PBS und den burkinischen Pfadiorganisationen
Die Ziele der Zusammenarbeit zwischen der PBS und Burkina Faso decken sich mit denjenigen der von der Charta von Marrakesch beschriebenen Partnerschaften zwischen Pfadiorganisationen: Eine Partnerschaft soll eine Bereicherung für alle beteiligten Verbände sein, den Partnerverband im Süden mit personellen und finanziellen Ressourcen stärken und ein aktives Mittel für das Entdecken, Verstehen und Respektieren anderer Kulturen sein. Die Zusammenarbeit mit Burkina Faso entspricht auch den Leitzielen der PBS: die PBS fördert das gesellschaftliche und soziale Engagement; die PBS macht zeitgemässes Programm, das erlaubt, ausserordentliche Erlebnisse zu machen; die PBS leistet einen Beitrag zur nicht formalen Ausbildung und geht mit ihren personellen und finanziellen Ressourcen nachhaltig um.
Beginn der Partnerschaft
1991 wurde an der DV in Solothurn die Zusammenarbeit der Pfadibewegung Schweiz mit den burkinischen Pfadiverbänden gestartet: ”Es geht darum, eine langfristige Zusammenarbeit mit den Scouts von Burkina Faso zu gründen, um den Jugendlichen aus beiden Ländern ein Kennenlernen und Zusammenarbeiten über diesen Austausch zu ermöglichen. Wir wollen unsere Mitglieder auf die Fragen der Nord-Süd-Zusammenarbeit sensibilisieren und ihnen ermöglichen, die Realität der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen unseren Ländern besserzu verstehen.“
Die Entwicklung der Zusammenarbeit
Das erste Projekt der PBS in Burkina Faso überhaupt war 1993 der Bau eines Kindergartens in La Toden gemeinsam mit den Scouts du Burkina Faso (SBF). Nach diesen ersten Erfahrungen der Zusammenarbeit formierte sich eine offizielle Projektequipe, die bis heute die Partnerschaft mit den Pfadiorganisationen in Burkina Faso betreut. 1997 formulierte die Projektequipe das erste konkrete Strategiepapier, das an der BuKo gutgeheissen wurde.Im Jahr 2000 erarbeitete die Equipe wiederum ein Strategiepapier und eine Finanzplanung bis 2003, die gutgeheissen wurde. 2002 wurde die Fortsetzung der Zusammenarbeit erneut bekräftigt durch die Bundesleitung sowie an der DV. Die Arbeit der Projektequipe bestand in den 90er-Jahren darin, die Organisationsabläufe zwischen den Partnerverbänden aufzubauen, nach einer idealen Form von Austauschprojekten zu suchen und die Partnerschaft mit Burkina Faso in den PBS-Strukturen zu verankern. Dementsprechend fanden ab 1996 fast jedes Jahr ein regionales oder lokales Dienstlager mit den SBF oder den Guides du Burkina Faso (GBF) statt. Schwerpunkt der Lager war die ”klassische burkinische Pfadiarbeit”: Wiederaufforstung, AIDS-Sensibilisierung, Mitarbeit an einem Dorfprojekt, das einer lokalen Gruppe zugute kommt (Schulrenovation, Bau von Getreidespeicher oder Ausbildungszentrum, Seifenherstellung usw.). Seit rund vier Jahren konzentriert sich die Projektequipe nun aber vor allem darauf, die Zusammenarbeit zu professionalisieren. Es geht nicht mehr darum, möglichst jedes Jahr ein Dienstlager durchzuführen, sondern darum, die burkinische Verbandsarbeit langfristig zu stärken und eine hohe Qualität der Projektarbeit zu erreichen. Dies hat zur Folge, dass seit 1999 in den Dienstlagern keine Zentren, Schulen usw. mehr gebaut oder renoviert werden, die oftmals mehrjährige Nachbetreuung verlangen, sondern Pfadiführerinnen ausgebildet werden. Auch erhalten die PBS-Teilnehmer eine noch sorgfältigere Vorbereitung auf ihre Reise. Im Jahr 2001 startete die Projektequipe zudem das langfristig auf nationaler Ebene angelegte Projekt Appui institutionnel, um die Verbandsstrukturen der GBF zu festigen. In den vergangenen Jahrenverstärkte die Projektequipe auch die Zusammenarbeit mit der Agesci, um die Arbeit mit dem zweiten Partnerverband der GBF besser zu koordinieren und sich Kosten für Konferenzen und Projekte zu teilen.







