Was muss ich wissen, um das Pfadfinderversprechen abzunehmen?
Es ist bei vielen Leiterinnen und Leitern mit Hemmungen verbunden, mit seinen Pfadfindern über Gesetz und Versprechen zu behandeln. Wieviel einfacher ist es doch, ein Geländespiel anzureissen oder eine wilde Nachtübung durchzuführen, als die Einheit dazu zu bringen, sich in ruhigem - vielleicht sogar feierlichen - Rahmen eingehend mit diesen Punkten zu befassen.
Sicher, es ist viel einfacher die Kinder bei den Bedürfnissen abzuholen, die sie offen zeigen. Auf ihren Bewegungsdrang einzugehen oder ihren Wunsch nach sportlichem Wettkampf zu erfüllen ist meist einfacher realisiert, als mit ihnen den Fragen nach dem Sinn des Lebens nachzuspüren. Aber auch wenn sie es meist nicht zeigen: das Bedürfniss, nach den Werten und dem Sinn des Lebens zu suchen, wohnt jedem Eurer Kinder inne. Viele Leiterinnen fühlen sich auch gar nicht berufen, derartige Themen zu behandeln. Kindern zu helfen, Werte im Lebens zu erkennen, scheint für viele ein Gebiet für Theologen oder Philosphen zu sein.
Das Gefühl, nicht die richtige Person zu sein, um die Kinder in diesen Fragen weiterzubringen, kann ein Hemmnis sein, das Versprechen in der Einheit zu thematisieren. Was muss man also wissen und können, um Pfadfindern das Versprechen abzunehmen? Sicher müsst Ihr die Bereitschaft haben, Euch selber auf die Thematik einzulassen. Bestimmt ist es gut, wenn Ihr selber das Versprechen abgelegt habt und so die Erfahrung habt, was Euch in der Vorbereitung wichtig war und welche Themen Euch interessiert haben. Ihr präsentiert Euren Pfadfindern keine fertigen Lebensrezepte. Vielmehr sollt Ihr die Kinder anregen, selber über den Sinn des Lebens und die Gesellschaft, in der wir Leben, nachzudenken. Das könnt Ihr am Besten, wenn Ihr selber interessiert seid, genauso, wie Ihr Eure Kinder am Besten in den Sportanrten anleiten könnt, die Euch am meisten liegen.
Folgende Punkte solltet Ihr also zusammengefasst beachten:
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Handelt bewusst.
Überlegt Euch in der Vorbereitung, was Ihr erreichen wollt. Schätzt realistisch ab, wie Ihr mit Euren Kindern diese Ziele am Besten erreichen könnt. Versucht Euch vorzustellen, wie sie auf gewisse Themen ragieren könnten und plant die Blöcke entsprechend. -
Seid bereit, Euch auf Eure Pfädis einzulassen.
Oftmals ergeben sich während Diskussionen Themenkreise, auf die Ihr nicht unbedingt eingeplant waren. Indem Ihr Euch darauf einlasst und vom geplanten Weg abweicht, lernt Ihr Eure Pfadi und ihre Bedürfnisse besser kennen. Umwege erweitern die Ortskenntnis! -
Seid Euch selber.
Es hat keinen Sinn, Werte vermitteln zu wollen, die Euch selber nichts bedeuten. Wenn Ihr eine kritische Meinung zum Beispiel einem Gesetzespunkt gegenüber habt, sprecht dies offen an. Zwingt Eure Meinung aber keinenfalls den Pfadis auf, sondern teilt Eure Bedenken mit und ladet sie ein, sich selber eine Meinung zu bilden. Solche Bedenken und Zweifel eurerseits sind ein gutes Zeichen dafür, dass Ihr Euch selber auseinandergesetzt habt und dass Euch dieses Thema am Herzen liegt. Greift es auf. Die Chancen stehen gut, dass ein interessanter Block entsteht!







