Hier einige Ideen aus der Broschüre "Gesetz und Versprechen"
Ein Punkt nach dem andern
An jedem Morgen im Lager oder eine Zeit lang vor jeder Übung einen Gesetzespunkt erklären: Ein Beispiel dazu erzählen, ein Spiel machen, einen Sketch aufführen usw. und die Pfadi erraten lassen, welcher Punkt gemeint is.
Das Gesetz in den eigenen Dialekt übertragen
Dabei tauchen fast zwangsläufig Fragen zu den einzelnen Punkten auf, die dann besprochen werden können/sollen.
Geschichten
Es gibt viele Geschichten, in denen das Gleiche, was die Gesetzespunkte ansprechen, vorkommt. Vorlesen und die Pfadi erraten lassen, was das mit uns zu tun haben könnte. Siehe dazu die Literaturliste auf Seite 36.
Stummes Gespräch
Eignet sich für eine Besinnung oder für den Einstieg in den Programmteil Gesetz und Versprechen in Kursen: Alle sitzen im Halbkreis vor ein grosses Stück Packpapier, das an der Wand aufgehängt ist. Jede/r muss nach vorne sehen und nach vorne gehen können. Das Papier kann auch auf dem Tisch oder Boden liegen. Die Gruppe einigt sich auf das Thema, über das gesprochen werden soll, z.B. Weshalb haben wir ein Gesetz? Das Gespräch wird nun nicht mündlich geführt, sondern schriftlich. Wer etwas sagen will, schreibt es auf das Plakat. Man darf auch korrigieren, Bezug nehmen usw. Vorteil: Es entsteht ein ruhiger Gedankenaustausch. Die einzelnen Beiträge kommen zur Geltung.
Theater und Pantomime
In kleinen Gruppen versuchen, einen Gesetzespunkt mit einem kurzen Sketch, einer Pantomime, einem Schatten- oder Kasperlitheater darzustellen. Das verlangt, dass die Pfadi eine Situation suchen, auf die das Gesetz zutrifft. Damit setzen sie sich sehr intensiv mit dessen Inhalt auseinander. Beim gegenseitigen Vorspielen sollen die andern erraten, um welchen Punkt es sich handelt. Dies gibt zugleich die Möglichkeit zur Diskussion.
Poster
Zu jedem Gesetzespunkt Bilder oder Poster aussuchen, die ihn verdeutlichen. Diese im Pfadiheim aufhängen, z.B. ein Quartal lang an jeder Übung ein Bild.
Diaschau
Bilder suchen und/oder selber gestalten, welche die Anliegen der einzelnen Gesetzespunkte darstellen. Diese Bilder können dann zu einer Tonbildschau zusammengestellt werden, mit dazu passenden Texten und Musik. Die Diaschau einer andern Gruppe vorführen.
Quartett
Das Gesetz als Kartenspiel, als Quartett gestalten: Immer vier Karten gehören zu einem Gesetzespunkt. Auf den Einzelkarten sind Symbole, Zeichnungen oder Fotos, die zu diesem Punkt passen. Z.B. zum Gesetzespunkt "Verstehen und achten " die Fotos eines Moslem mit Turban, eines Gastarbeiterkindes, einer Kirche und einer mehrspurigen Autobahn. Die Spielkarten werden an einer Übung gemeinsam hergestellt.
Clichieren
In einem Hörspiel, einer Moritat ("Die Moral von der Geschichte"), einem Chanson, einer Schauergeschichte usw. versuchen, Clichévorstellungen, die man oft mit dem Gesetz verbindet, zu entlarven. Z.B. das Pfadi, das jeden geknickten Grashalm wieder aufrichtet. So soll gezeigt werden, was das Gesetz nicht meint. Geeignet nur für ältere Pfadi, die schon etwas über der Sache stehen.
Das Land meiner Träume
Sich ausmalen, wie die Menschen dort sind, leben und miteinander umgehen. Anschliessend vergleichen mit dem Pfadigesetz.
Podiumsgespräch
Spielbar mit zwei oder mehr Gesprächspartnern. Jede/r zieht einen Zettel, auf dem angegeben ist, welche Position er/sie vertreten soll. Z.B. soll der eine behaupten, mit Lügen noch immer am besten gefahren zu sein. Ein anderer soll entgegenhalten, dass bekanntlich Lügen kurze Beine haben usw.
Leiterlispiel
Ein gewöhnliches Leiterlispiel, nur dass die Aufgaben nicht heissen: Lied singen, Feuer machen usw., sondern z.B.: Erfindet ein Spiel zum 6. Gesetzespunkt, das ihr anschliessend mit den andern Gruppen spielen könnt. Sammelt Ideen für ein Pfi-La unter dem Thema Gesetz usw. Das Spiel wird in Gruppen gemacht. Es ist eher geeignet für ältere Pfadi, kann aber durch entsprechende Auswahl der Aufträge auch jüngeren angepasst werden.
Postenlauf
Ein Postenlauf zum Thema Gesetz, z.B. in Form eines Verkehrsgartens, den man mit Velo, Dreirad oder Trottinett absolviert. Die nachfolgenden Postenideen beziehen sich auf einige Gesetzespunkte (Beispiele, die ergänzt oder abgewandelt werden können):
- Eine bestimmte Strecke, z.B. ein Slalom, muss abgefahren werden. Jedes zählt selber, wie viele Fehler es gemacht hat. Oder: Eine Lügengeschichte erfinden. Den Anfang einer Geschichte ab Tonband einspielen. Aufgabe: Ausrede erfinden.
- Bildung von Zweiergruppen. Einer der beiden hat die Augen verbunden, die andere führt den Blinden über eine hindernisreiche Strecke.
- Bevor die Gruppe kommt, macht der Postenchef an seinem Posten eine Unordnung, verstreut Papierfetzen usw. Wenn die Gruppe kommt, sagt er beiläufig: Ich muss noch schnell aufräumen, bevor wir beginnen. Hilft die Gruppe, oder gönnt sie sich eine Pause?
- Etwas vorbereiten, bringen und/oder am Schluss vorführen z.B. Blumenstrauss, Zirkusnummer usw. Oder: Einem andern Pfadi, der ganzen Gruppe oder einer fremden Person eine Freude bereiten.
- Die Gruppe kommt auf einen Rastplatz. Aufgabe: Sich gut umschauen, ausruhen und Zwischenverpflegung miteinander teilen. Erst später wird der Gruppe die Frage gestellt, welche zehn Sachen auf dem Rastplatz nicht in Ordnung waren (Kimspiel).
- Hindernisparcours.
- Zwei verschiedene Wege führen zum nächsten Posten: Ein langer mit wenigen Hindernissen und ein kurzer mit vielen Hindernissen.
Acht sind zuviel
Wir finden, dass 8 Gesetzespunkte zuviel sind. Wir wollen zwei streichen. Aber welche? Gestrichen werden darf erst, wenn alle Gruppenmitglieder ehrlich überzeugt sind. Es darf niemand einfach überredet werden. Das verlangt sorgfältiges Überlegen der Grundgedanken und die Besinnung auf zahllose Beispiele. In kleinen Gruppen spielen. Streichen alle Gruppen die gleichen Punkte?
Pfadigesetz-Hitparade
Gruppen von vier bis fünf Teilnehmern erhalten je eine Satz von Karten, auf denen die einzelnen Punkte des Pfadigesetzes stehen. Aufgabe der Gruppe ist es, eine Hitparade zu erstellen: Welcher Punkt ist der wichtigste, zweitwichtigste usw.? Vor den andern Gruppen muss die gewählte Reihenfolge begründet werden.
Ein Brief ist angekommen
Er wird vorgelesen. Der/die Schreibende fragt, welchen Sinn das Pfadigesetz haben kann oder soll, durchaus auch provozierend, und bittet um eine Stellungnahme. Die Pfadi versuchen ihm zu antworten, zu einzelnen Punkten oder zum Gesetz als ganzem, allein oder gruppenweise.
Das unmögliche Gesetz
Wenn mit dem Gesetz schon gearbeitet wurde und der Wortlaut bekannt ist: Die Pfadi erhalten ein Blatt, auf welchem die Gesetzespunkte falsch aufgeschrieben sind, nicht nur in der falschen Reihenfolge, sondern auch mit ausgetauschten Satzteilen, z. B. "Andere verstehen und ihnen mit Zuversicht begegnen" usw. Gruppenweise sollen sich die Pfadi nun überlegen, warum es nicht so heissen kann, und anschliessend mit Hilfe von Schere und Leim die Sätze richtigstellen.
Pakt
Auch der Pakt ist eine Möglichkeit, das Pfadigesetz in die Tat umzusetzen. Er wird in der Regel im Lager geschlossen und umfasst diejenigen Spielregeln, welche sich die Lagergemeinschaft selber gibt. Darunter können auch Gesetzespunkte sein, z.B. Jeder Inka ist ehrlich und achtet den Besitz des anderen. Die einzelnen Punkte werden so formuliert, dass sie dem Lagerthema entsprechen. Wie wird es gemacht?
- Pakteinstieg: Je nach Thema mit Geschichte, Sage, Rollenspiel, Theater usw. Pakteinstieg gut vorbereiten, Bezug zum Thema ist wichtig.
- Lagerregeln: Die gemeinsamen Regeln miteinander festlegen und aufschreiben. Danach unterzeichnen alle Pfadi und Führer/innen während einer feierlichen Zeremonie den Pakt.
- Paktrat: In regelmässigen Abständen, z.B. jeden Abend oder jeden zweiten Abend, treffen sich alle Lagerteilnehmer/innen zum Paktrat. Nun wird ein Gegenstand im Kreis herumgereicht, der irgend eine Beziehung zum Lagerthema hat, z.B. Die Wunderlampe beim Thema Alladin usw. Wer den Gegenstand in den Händen hält, kann sagen was er/sie möchte, ohne dass sonst jemand unterbrechen oder dreinreden darf. Es kann positives oder negatives über den vergangenen Tag gesagt werden. Der Gegenstand geht so lange von Hand zu Hand, bis niemand mehr etwas zu sagen hat. Über das, was ausgedrückt wurde, wird nicht diskutiert. Diese Form des Austausches setzt ziemlich viel Vertrauen des einzelnen in die Gruppe voraus. Dieses Vertrauen lässt sich nicht erzwingen, aber es kann gefördert werden, indem das einzelne sicher sein kann, dass seine Äusserungen ihm später nicht zum Vorwurf gemacht werden.







