Die Methoden in der Biberstufe
Im Stufenprofil vom Mai 2010 werden die Methoden der Biberstufe beschrieben. Im vorgesehenen Hilfsmittel sollen die Methoden genauer erklärt und mit Beispielen versehen werden.
Die Biberstufe bietet den Kindern die Möglichkeit, ihre Fantasie auszuleben. Sie ist daher auf das Symbolsystem „Biber“ und eine entsprechende Rahmengeschichte ausgerichtet, deren Elemente nach Möglichkeit in die Aktivitäten eingeflochten werden. Figuren, die immer wieder vorkommen und sowohl durch Personen als auch durch Stofftiere, Handpuppen u.ä. dargestellt werden, erlauben es den Kinder die Rahmengeschichte intensiver zu erleben. Symbolik und Rahmengeschichte bilden die Klammer um die gesamte Dauer der Biberstufe.
Ergänzend werden die Aktivitäten in einen leicht verständlichen und anregenden thematischen Rahmen eingebettet. Dies erlaubt es den Kindern, in eine fremde Welt einzutauchen und auf spielerische Weise Neues zu erleben.
Persönlichen Fortschritt fördern
In der Biberstufe stehen die Förderung der Entwicklung der motorischen Fähigkeiten, das Erkennen und Ausdrücken von Gefühlen sowie das Zurechtkommen in einer Gruppe im Zentrum. Die Leiterinnen und Leiter setzen für die jeweiligen Aktivitäten Ziele und machen den Kindern deutlich, welche konkreten Absichten sie damit erreichen wollen. Die Kinder werden angeregt, über Gelungenes oder aufgetretene Schwierigkeiten nachzudenken, sie werden gelobt und auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht. Indem einzelne Aktivitäten wiederholt werden, können die Kinder selbst einen Fortschritt in ihrem Verhalten beobachten.
Gesetz und Versprechen
Die Kinder der Biberstufe lernen Grundsätze für das Leben in der Gruppe kennen und erfahren, dass Regeln für eine Gemeinschaft wichtig sind. Sie üben sich im Einhalten abgemachter Regeln und versuchen sie zu verstehen. Die wichtigsten Grundsätze sind im Bibergesetz enthalten, welches mit weiteren Regeln ergänzt werden kann. Die Leiterinnen und Leiter helfen den Kindern, die Regeln zu verstehen, indem sie deren Bedeutung an konkreten Situationen erklären.
Mit dem Wahlspruch drücken die Kinder aus, dass sie mit Freude und Engagement Teil der Biber sein wollen. Sie versprechen damit auch, sich an die Gruppenregeln zu halten.
Ein Versprechen und damit einhergehende Traditionen werden in der Biberstufe nicht angewendet. Die Kinder sind mehrheitlich noch nicht in der Lage, deren Bedeutung nachzuvollziehen.
Bibergesetz
Wir Biber…
- ... möchten Freunde kennen lernen und mit ihnen spielen.
- ... sind neugierig und möchten Neues entdecken.
- ... haben Freude an der Natur und passen gut auf sie auf.
Leben in der Gruppe
Die Kinder treffen sich in der Biberkolonie. Die einzelnen Programmpunkte werden mehrheitlich in kleinen Gruppen, aber in unmittelbarer Nähe zueinander, durchgeführt. Diese Kleingruppen geben den Kindern Sicherheit und werden immer wieder neu zusammengesetzt. Aktivitäten, bei denen ein bestimmtes Ziel nur gemeinsam erreicht werden kann, fördern das Gefühl der Zusammengehörigkeit und zeigen die Wichtigkeit jedes einzelnen Kindes für die Gruppe. Ein Tagesausflug oder ein Weekend am eigenen Wohnort kann ein Höhepunkt des Gruppenlebens sein, wobei die Eltern für einzelne Aktivitäten miteinbezogen werden können.
Rituale und Traditionen
In der Biberstufe helfen Rituale und Traditionen den Kindern, sich in der Gruppe wohlzufühlen. Neue Mitglieder werden durch das Aufnahmeritual aufgenommen und ältere Kinder treten in die Wolfsstufe über und werden mit dem Abschiedsritual verabschiedet. Dadurch erleben die Kinder Anfang und Ende der Biberstufe und können wichtige Entwicklungsschritte erkennen. Das gemeinsame Begrüssungs- und bei jedem Treffen stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und macht für alle Abschiedsritual Beteiligten deutlich, wann die Verantwortung von den Eltern an die Leiterinnen und Leiter übergeht und umgekehrt. Zu den jährlichen Traditionen gehören ein Elternanlass und ein Tagesausflug oder das Biberweekend. Eine Leitfigur in Form einer Handpuppe oder etwas Ähnlichem, schafft für die Kinder einen bekannten Bezugspunkt und regt ihre Fantasie an. Mit weiteren, gruppenspezifischen Ritualen und Traditionen geben sich die Biberkolonien einen eigenen, unverwechselbaren Charakter.
Mitbestimmen und Verantwortung tragen
Die Kinder können die Verantwortung für einzelne Gegenstände oder kurzfristige Aufgaben übernehmen. Dadurch erfahren sie, dass sie in der Gruppe eine wichtige Rolle spielen. Die Leiterinnen und Leiter regen die Kinder an, sich gegenseitig zu unterstützen. Innerhalb einzelner Aktivitäten werden den Kindern mehrere Wahlmöglichkeiten geboten, so dass sie lernen, selbständig auszuwählen. Nach
Möglichkeit holen die Leiterinnen und Leiter Wünsche und Meinungen für künftige Aktivitäten bei den Kindern ein.
Draussen leben
Die Kinder nehmen die nähere Umwelt als Erlebnisraum wahr und gehen darin auf Entdeckungsreise. Auch in der Biberstufe finden viele Aktivitäten im Freien statt und die Kinder leben hier ihren Bewegungsdrang aus. Sie erfahren die unterschiedlichen Naturräume wie den Wald oder die Wiese als Lebensräume von Tieren und Pflanzen und lernen ihnen mit Respekt zu begegnen.
Spielen
Das Spielen dient den Kindern als wichtiges Erfahrungsfeld. Es fördert ihre motorischen, sozialen und sachlichen Fähigkeiten. Spielen ist ein Gemeinschaftserlebnis und bietet den Kindern Herausforderungen, denen sie sich gerne stellen. Obwohl der Spass im Vordergrund steht, ist das Spiel so kein reiner Selbstzweck. Durch thematische Anpassungen und Verkleidungen wird die Fantasie und Kreativität der Kinder angeregt.







