Methoden auf der Roverstufe
Den Mitgliedern der Roverstufe wird eine stetige Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten ermöglicht. Um dieses Ziel zu erreichen, werden verschiedene Methoden eingesetzt, die alle in Zusammenhang mit den fünf Beziehungen stehen.
Persönlicher Fortschritt
Durch die Methode Persönlicher Fortschritt übernehmen die Rover die Eigeninitiative für ihre persönliche Entwicklung innerhalb der Pfadi und in ihrem Leben ausserhalb der Pfadi. Sie wagen sich an neue Herausforderungen in allen Bereichen heran, z. B. übernehmen sie Verantwortung für andere Personen und komplexe Projekte, reflektieren ihr Handeln und setzen sich persönliche Ziele.
Die Roverwache ist eine altersgerechte Form, sich mit sich selbst, der Beziehung zu Gott, den Mitmenschen und der Umwelt auseinander zu setzen. Darin können zum Beispiel die letzte Erlebnisse reflektiert und neue Perspektiven entwickelt werden. Sie erfahren, dass sie ein Leben lang immer dazulernen und dass sie selbst die Verantwortung dafür tragen.
Gesetz und Versprechen
Das Pfadigesetz und das Versprechen lauten gleich wie auf der Pfadi- und Piostufe. Rover sehen im Gesetz die Basis für die eigenen Grundsätze und Lebensregeln. Diese Basis kann mit dem Versprechen bekräftigt werden. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Pfadigesetz und Versprechen ist auch in der Roverwache möglich. Leiterinnen und Leiter haben automatisch eine gewisse Vorbildwirkung auf jüngere Pfadi. Diese nehmen sich ein Beispiel an dem, wie Ältere Gesetz und Versprechen leben.
Wahlspruch
Bewusst Handeln
Rover haben Ideale und setzen sich Ziele. Sie unternehmen als selbständige offene Menschen Handlungen, um diesen nachzukommen. Die Tragweite des eigenen Tuns bzw. Nichttuns ist ihnen bewusst. Dadurch treiben sie nicht nur das Pfadileben voran, sondern auch viele Prozesse in der Gesellschaft.
Leben in der Gruppe
In der Roverstufe steht der/die Einzelne im Mittelpunkt und nicht mehr die Gruppe. Jede und jeder hat die Möglichkeit sich zu entscheiden, in welcher Art und Weise, er/sie Pfadi leben möchte – aber ein Rover kommt selten allein: Die Roverstufe bietet verschiedene Möglichkeiten, um sich in Gruppen zu organisieren, sich mit anderen jungen Leuten zu treffen, mit anderen Unternehmungslustigen Pläne auszuhecken, mit Freundinnen oder Freunden Gemütlichkeit zu pflegen oder eigene Ideen zu verwirklichen.
- Die Rotte
Sie organisiert sich selbst, hat eine wechselnde Aufgabenverteilung und das Rottenleben hängt oft von der Tradition der Abteilung ab. Sie unterstützt die Abteilung und kann für spezielle Projekte auch mit anderen Organisationen und/oder externen Spezialisten zusammenarbeiten. - Die Projektrotte
Hier finden sich Rover zusammen, die gemeinsam an einem bestimmten Projektarbeiten wollen. - Die Leiterinnen- und Leiter-Rotte
Auch die Mitglieder des Leitungsteams sind Rover. DieLeiter/innen-Rotte ist ein Ort, an dem Leiterinnen und Leiter auftanken und ihre eigenen Aktivitäten planen können.
Selbstverständlich können Rover je nach Bedürfnis und Kapazität auch gleichzeitig in verschiedenen Rottensystemen tätig sein. Die Rotte besitzt vielfach eine Rottmeisterin bzw. einen Rottmeister. Diese Person dient als Kontaktperson nach innen und aussen.
Rituale und Traditionen
In dieser Stufe helfen Traditionen, den Pfadigeist zu stärken und das Zusammenarbeiten zu gestalten. Sie können dabei helfen, sich wiederzufinden, wenn die Rottenmitglieder in verschiedene Richtungen verstreut leben und arbeiten. Es gibt unzählige Traditionen und Rituale in der Roverstufe. Jede Rotte und Abteilung, jedes Korps / jeder Bezirk oder Kanton hat seine eigenen Traditionen und Rituale: Waldweihnacht, Korpstag, Viertstufenwettkämpfe und Wachefeier sind nur einige davon.
Traditionen und Rituale widerspiegeln sich in Rottenhöcks, Sitzungen und generell im Leitungsverhalten (Sitzungskultur, Umgang miteinander). Sobald Leiterinnen und Leiter Verantwortung für jüngere Pfadi übernehmen, sind sie auch für einen sinnvollen Umgang mit Ritualen und Traditionen verantwortlich.
Mitbestimmen und Verantwortung tragen
Das gemeinsame Planen und Durchführen eines Anlasses wird in der Roverstufe «Projekt» genannt. Dabei haben alle die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen einzubringen und die Verantwortung für das gemeinsame Gelingen zu übernehmen. In einem Projekt beschäftigt sich eine Rotte längerfristig mit einem Thema oder Anlass, und es hat oft eine Wirkung, die über die Rotte hinausgeht.
Ein Projekt ist eine Aktivität mit ausführlicher Planung, in der ein gemeinsam formuliertes Ziel von der Rotte angestrebt wird. Während der Arbeit werden die Phasen Ideensuche, Wahl des Projekts, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung durchlaufen. In der Roverstufe liegt die Verantwortung für alle Bereiche bei den jungen Erwachsenen selbst. Sie sind es, die ihre Ideen zu Projekten werden lassen – ohne Sicherheitsnetz.
Draussen leben
«Draussen leben» kann das Leben in der Natur, sportliche Aktivitäten, das einfache Leben in einem Lager oder die Auseinandersetzung mit der Umwelt umfassen. Rover suchen die körperliche Herausforderung, können die Natur geniessen und nützen sie für ihre körperliche Ausgeglichenheit. Sie wissen aber mit ihr umzugehen und sie zu schützen.
«Draussen leben» heisst auch unterwegs sein. Es bietet die Möglichkeit, auf Neues zuzugehen, Menschen, fremde Kulturen und die eigenen Grenzen kennen zu lernen. Gemeinschaftseinsätze bieten eine Möglichkeit, um sich aktiv in der Gesellschaft zu engagieren.
Spielen
Spielen bedeutet, einen Ausgleich zu sonstigen Tätigkeiten finden und etwas gemeinsam tun. Rotten oder sonstige Gruppen finden sich zu Spielabenden zusammen, an denen je nach Interesse die verschiedensten Gesellschaftsspiele ausprobiert und gepflegt werden. Die Auswahl an Denk-, Glücks- oder Bewegungsspielen ist grenzenlos und auch den sportlichen Aktivitäten sind (fast) keine Grenzen gesetzt. In Teams (Leitungsteam, Kursleitung usw.) werden Spiele zur Teambildung und Teamentwicklung, zur kreativen Arbeit an speziellen Themen und als Präsentationsform eingesetzt.







