Grundlagen FAQ - Allgemeines
Fragen und Antworten zum Thema Grundlagen.
Wer hat die Grundlagen der PBS festgelegt?
Die Grundlagen der PBS wurden von der Bundesleitung erarbeitet und von der Bundeskonferenz 1998 bearbeitet und beschlossen. Die Stufenprofile wurden ebenfalls von der Bundesleitung erarbeitet und von der Delegiertenversammlung 2000 beschlossen. Die Grundlagen der PBS wurden von den beiden Weltverbänden der Pfadi (WAGGGS, Mädchenpfadi, und WOSM, für alle Pfadi) genehmigt. Sie entsprechen also den Zielen der weltweiten Pfadibewegung.
In was für einem Zusammenhang stehen die Beziehungen und die Methoden?
Die Beziehungen legen fest, was wir erreichen wollen. In jeder Beziehung haben wir Ziele, die wir anstreben. Das Hauptziel ist dabei die ganzheitliche Entwicklung der Mitglieder. Wenn die Ziele klar sind, muss man nach den Mitteln suchen, diese Ziele zu erreichen. Die 7 Methoden sind für uns dieses Mittel. Sie beschreiben kurz zusammengefasst, wie wir Pfadi machen. Wenn Ziel und Weg bekannt sind, so muss man nur noch losgehen: die eigentliche Pfadi findet am Samstagnachmittag, am Höck und im Lager statt: unseren Aktivitäten, und zwar in den vier Stufen.
Du kannst dir das Ganze wie einen Baum vorstellen: Die Wurzeln, von denen der Baum lebt und die ihn stützen, sind die Beziehungen. Die Methoden bilden den Stamm. Darauf stützen sich die Aktivitäten ab, welche die 4 Äste bilden, einen pro Stufe. Du findest die Darstellung der Grundlagen als Baum in der Broschüre "Stufenprofile".
Zusammengefasst gehen wir vom "warum" (Beziehungen) übers "wie" (Methoden) zum "was" (Aktivitäten). Du kannst dir vorstellen, dass sich für jede Beziehung mit jeder Methode eine Aktivität durchführen lässt. Natürlich musst du kein Lager so planen. Aber du kannst für dich einmal die untenstehende Tabelle auszufüllen versuchen.
Weshalb braucht die PBS (schriftliche) Grundlagen?
Es gibt so viele Arten, Pfadi zu machen, wie es Abteilungen gibt, denn jede Abteilung hat ihre eigenen Traditionen und ihre eigene Vorstellung, was Pfadi ist. Das soll auch so sein. Damit sich aber nicht alle Pfadi nennen können, die wollen, brauchen wir etwas, das allen gemeinsam ist. Etwas, das beschreibt, was Pfadi ist, und zwar so, dass alle damit einverstanden sein können. Die Grundlagen sollen so ein gemeinsamer Nenner sein. Wir wissen, dass wir vom Gleichen reden, wenn wir von den Grundlagen sprechen. Aus diesem Grund müssen die Grundlagen auch schriftlich festgehalten werden.
Die Pfadi ist nicht nur ein Plauschverein. Die Grundlagen beinhalten, was wir als Jugendbewegung erreichen wollen, für den einzelnen und für die Gemeinschaft.
Bin ich, wenn ich die Pfadigrundlagen kenne, nicht zu alt, um meine Pfadiauffassung noch zu ändern?
Ganz kurz gesagt: die Pfadigrundlagen haben deine Pfadiauffassung beeinflusst, bevor du sie kanntest, weil sie von deinen LeiterInnen angewandt wurden. Wenn du sie dann kennenlernst, sollte es so sein, dass du in den Grundlagen die Pfadi, wie du sie erlebt hast, wiedererkennst. Viele Punkte der Grundlagen (nicht zuletzt Gesetz und Versprechen) kennst du schon lange, bevor du dich mit der Frage nach den Grundlagen auseinandersetzt.
Es ist aber richtig, dass auch junge LeiterInnen sich mit den Grundlagen auseinandersetzen sollen. So sind nach dem aktuellen Ausbildungsmodell der PBS die Grundlagen ein Thema ab dem Basiskurs und werden von Kurs zu Kurs vertieft.
Mit dem Pfadiversprechen verpflichtest du dich, dich immer von neuem mit dem Pfadigesetz auseinanderzusetzen. Das heisst, du solltest eigentlich nie zu alt sein, um deine Pfadiauffassung zu ändern, sondern dich im Gegenteil immer wieder fragen, ob sie für dich noch richtig ist. Die Beschäftigung mit den Grundlagen hilft dir dabei sicher.
Macht es Sinn, die Pfadigrundlagen auf nationaler (und nicht internationaler) Ebene zu erarbeiten?
Die Pfadi hat eine Grundidee, welche auf Bi-Pi zurückgeht und für alle Pfadi der Welt dieselbe ist. Diese Grundidee wird durch Gesetz und Versprechen ausgedrückt. Auf dieser Basis muss sich aber jedes Land seine eigenen Grundlagen erarbeiten. Diese müssen den Eigenheiten des Landes und der Pfadibewegung, wie sie im Land ist, angepasst sein. Grundlagen, die an der Wirklichkeit des Landes vorbeigehen, nützen nämlich nicht viel. Dasselbe geschieht innerhalb des Landes, indem jede Abteilung, obwohl sie dieselben Grundlagen hat, ihre ganz eigene Art hat, Pfadi zu machen.
Es ist also nicht nur sinnvoll, sondern notwendig, dass die Pfadibewegung Schweiz ihre eigenen Grundlagen hat.
Ist die Grundlagendiskussion nicht Büropfadi?
Natürlich ist die Grundlagendiskussion zu einem gewissen Teil theoretisch, und die Texte der Grundlagen entstehen am Schreibtisch. Aber die Grundlagen versuchen auch widerzuspiegeln, was in der Praxis, das heisst am Samstagnachmittag, am Höck oder im Lager geschieht. Und die Grundlagen sagen uns, was die Pfadi will. Die Grundlagen sind das, was alle Pfadi in der Schweiz gemeinsam haben. Dadurch sollten sie auch einen Einfluss haben auf die Praxis. Spricht man über die Grundlagen, ohne zu wissen, was in der Pfadi wirklich läuft, und sich nicht überlegt, wie man die Grundlagen besser anwenden kann, so macht man wirklich Büropfadi. Sonst aber brauchen wir die Grundlagen, damit wir – für und gegenüber anderen – sagen können, was die Pfadi ist und was sie will.
Werden die Grundlagen laufend überdacht und überarbeitet?
Die Grundlagen müssen immer wieder überdacht werden, denn es nützt nichts, Grundlagen zu haben, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben. Das ist aber nicht ganz so einfach, weil verschiedene Leute verschiedene Erfahrungen machen mit den Grundlagen. Bevor wir etwas an den Grundlagen ändern, müssen wir sorgfältig untersuchen, wie die Grundlagen in den Abteilungen gelebt werden. Falls du in deiner Abteilung feststellst, dass ihr Punkte der Grundlagen für euch anpassen müsst, hindert euch niemand daran, es zu tun.
Warum haben wir "Beziehungen" und "Methoden"? Gäbe es keine andere Aufteilung, die Sinn machen würde?
Die Aufteilung in Beziehungen und Methoden macht durchaus Sinn: zuerst sind die Ziele, die wir erreichen wollen (Beziehungen), dann die Methode, wie wir die Ziele erreichen wollen.
Natürlich könnte man die Ganzheitlichkeit anders ausdrücken als mit den 5 Beziehungen. Heinrich Pestalozzis "Kopf, Herz, Hand" ist zum Beispiel sehr bekannt. Man kann sich auch Fragen, ob die Gefühle und die Fähigkeit sie auszudrücken nicht eine eigene Beziehung bräuchten. Wir hätten dann 6 Beziehungen.
Wichtig ist aber nicht, wie genau die Beziehungen aufgeteilt sind, sondern dass sie die wichtigsten Bereiche der Entwicklung abdecken, die wir fördern wollen.
Auch die 7 Methoden sind sicher nicht die einzig möglichen. Wenn du eine andere Methode weißt, die dir wichtig ist, kannst du sie für dich ergänzen. Die 7 Methoden decken aber gut ab, was wir in der Pfadi als Grundlage verwenden, um unser Programm zu gestalten.
Wie stehen die Grundlagen im Vergleich zur weltweiten Pfadi da?
Die Weltbünde WAGGGS und WOSM haben auch Grundlagen. Diese formulieren Ziele, Lerninhalte, und Methoden. Die Ziele und Lerninhalte entsprechen unseren Beziehungen. Sie sind natürlich nicht genau gleich, aber doch sehr ähnlich. Zum Beispiel nennt WOSM 6 Entwicklungsbereiche (Areas of Personal Development): Körper, Intelligenz, Gefühle, Gesellschaft, Spirituelles, Charakter. Die Nähe zu unseren 5 Beziehungen ist auffällig. Bei den Methoden ist es ähnlich. WAGGGS nennt als 8 Methoden: Gesetz und Versprechen, Gruppensystem, Learning by doing, persönlicher Fortschritt (progressive self-development), Rahmengeschichten (wie das Dschungelbuch für die Wölfe), Zusammenarbeit zwischen Jungen und Erwachsenen, Aktivitäten, die draussen stattfinden sowie Dienst an der Gemeinschaft. Einiges davon findest du bei unseren 7 Methoden wieder. Unsere Grundlagen wurden von den Weltbünden genehmigt. Das heisst, dass wir mit unseren Grundlagen die weltweiten Pfadigrundlagen beachten. Gleichzeitig sind unsere Grundlagen typisch für die Pfadi in der Schweiz.
Hat die Pfadi mit ihren Grundlagen überhaupt eine Chance gegen andere Freizeitbeschäftigungen?
Ob die Pfadi eine Chance hat oder nicht, liegt weniger an den Grundlagen als daran, was wir daraus machen. Wenn wir auch eine Jugendorganisation mit erzieherischer Zielsetzung sind: unser Angebot soll den Kindern und Jugendlichen vor allem Spass & Abenteuer bieten. Die Grundlagen stehen dem nicht im Weg. Nach den Grundsätzen des Learning by doing und des spielerischen Lernens wollen wir mit den Aktivitäten unsere Mitglieder fördern. Die Grundlagen helfen dir, Spass und Abenteuer und Entwicklung der Mitglieder unter einen Hut zu bringen.







